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Honda Dax-Treffen 01. bis 03.08. in Elsa Von Jochen Schmeißer |
Elsa? war das nicht der Name einer Kuh im Sketch von Dieter Hallervorden?
Genau die Frage habe ich mir auch gestellt, als mir im Jahre 1990 ein altes Fachwerkhaus angeschaut habe, in welchem ich mich dann auch häuslichen niedergelassen habe.
Elsa ist ein kleiner Ort mit 300 Einwohnern und gehört zu Bayerns jüngstem Kurort Bad Rodach, welches vor allem durch seine Heilquellen und Nachtwächter bekannt geworden ist. Ihr seht, insgesamt also ein beschaulicher Ort. Es ist nicht gerade viel los. Rodach wiederum liegt in Nordbayern bei Coburg, direkt an der Grenze zu Thüringen.
Ich freute mich schon riesig. Es hat tatsächlich geklappt! Spontan wird eine Monkey und Daxclubausfahrt geplant. Wir wollen uns am 01. August treffen, am 02. August ist eine schöne Tour geplant, die Abreise ist auf den 03.08. festgesetzt. Alle wollen auf Achse kommen. Der ganz normale Wahnsinn also.
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Ich bin schon ganz gespannt, wer denn da alles erscheint und welche Mopeds mitgebracht werden. Bisher kenne ich ja nur Andreas Zimmermann und einige andere nur vom Telefon oder von Erzählungen. Endlich kann ich einmal ein paar weitere Monkey- und Daxfreunde kennenlernen.
Ich freue mich allerdings auch, weil mir Andreas meine neue Dax mitbringen will. Mit neuem Motor aus Asien, Auspuffanlage aus den USA und dazu noch ein 4-Gang Getriebe. Für mich die absolute Überdax.
Also haben wir uns schon einmal an die Vorbereitungen gemacht, Hotel rausgesucht, Touren- und Essensplanung. Dabei taten sich allerlei Fragen auf, denn ich war tatsächlich noch nie bei einem Monkey-Daxtreffen dabei und wußte nicht so recht, auf was und wen ich mich da einstellen sollte.
Doch es lief alles viel weniger problematisch, als ich erwartet hatte. Mit Andreas hatte ich seit seiner Abfahrt aus Bornheim zunächst regen SMS- Kontakt und als ich auf die letzte Nachricht, die da hieß: Man sei nur noch 35 Kilometer von Coburg entfernt. Es dauerte nur noch wenige Minuten, bis ich ein dumpfes Grollen auf der Straße bemerkte. Erst dachte ich an ein großvolumiges Motorrad mit defekter Auspuffanlage. Als das Grollen aber nicht verstummen wollte, wagte ich doch einmal einen Blick hinüber auf die Straße und tatsächlich: Da waren sie!
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Nach einer herzlichen Begrüßung hatte ich dann genug Gelegenheit, die kleinen Kunstwerke zu bewundern. Die Kenner in der Szene werden ohnehin schon geschmunzelt haben, als ich über meine neue Dax berichtete. Aber meine Überdax war wirklich die langsamste und die leiseste Maschine von allen. Was habe ich gestaunt, als Tilo und Reiner jetzt erst begannen, ihre Flöten aus den Auspuffrohren zu schrauben. Ich wollte es einfach nicht glauben!
Schade war nur, es waren weniger gekommen, als ich erwartet hatte. Da war zunächst Andreas mit meiner blauen Dax, sein Vater Freddy mit der gelben Magnum, dann Tilo mit seiner PBR Reiner mit der (wie hieß das Teil nochmal? Andreas, setz bitte den richtigen Namen ein, auch wenn ich andere Namen falsch geschrieben habe. Danke) und letztlich Gernot auch mit einer PBR.
Dann –muß ich gestehen- habe ich auch noch ein zweites Hobby, ich sammel Motorradoldtimer und so habe ich den Monkey- und Daxfreunden zunächst mal eine kleine Rundführung versprochen. Ein paar Modelle hatte ich zuhause. Dann ging es in das Örtchen Heldritt. Da fand sich in einer Scheune schon ein bißchen mehr. Vor allem mein Dax/CY/CB-Ersatzteillager fand rege Zustimmung und schließlich machten wir uns auf den Weg zu dem Hotel "Alte Molkerei" in Bad Rodach. Hier ist ein kleines privates Museum untergebracht, das auch gleich besichtigt wurde.
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Es ist klar, dass ich hier gleich ein bißchen Reklame machen muß: Wer also einen Nachbarn hat, der irgendwo noch so ein älteres Stück herumstehen hat - von uralt bis Baujahr 1985 - der möge mich nicht vergessen: Jochen Schmeißer, Tel.-Nr.: 09564/4394. Nur eine kleine Einschränkung: Da ich alles privat finanzieren muß, müßten es schon Schnäppchen sein.
Doch zurück zu unserem Treffen: Nachdem sich die üblichen Menschentrauben um die Minirenner gelichtet hatten, brachte jeder seine Sachen aufs Zimmer, die Renner in die Garage und sich selbst in die gegenüberliegenden Röslerstuben, wo sich bei gutem Essen ein schöner Ausklang für die Weitgereisten ergab.
Der nächste Morgen begann mit einem ausgedehnten Frühstück und der endgültigen Routenplanung, die in den Thüringer Wald führen sollte. Bad Rodach liegt eigentlich optimal, man kann in jede Himmelsrichtung fahren und findet überall kleine kurvige Landstraßen. Der Hotelier Thomas, der dieses spezielle Motorradfahrerhotel betreibt, hatte natürlich viele Tourenvorschläge parat, jedoch gab es leider auch in jeder Himmelsrichtung schwere dunkle Wolken, die jederzeit die Dusche aufdrehen konnten. Als es dann sowieso schon egal war, starteten wir doch wie geplant in Richtung Thüringer Wald über total einsame Sträßchen, auf welchen gerade Tilo und Reiner ihre Maschinchen so richtig fliegen lassen konnten. Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man mit seiner Überdax bei 80 Sachen nicht nur wieselflink überholt wird, sondern auch noch mitbekommt, wie der andere dabei noch in den nächsten Gang schaltet.
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Aber ich habe meine Dax schon liebgewonnen und bin kein guter Schrauber, da muß ich es schon bei einer Standardware belassen.
Anfangs meinte es der Wettergott noch gut mit uns, aber als wir gerade vom Goldistal kommend, den steilen Berg zum Stausee hinauffuhren, fand unsere Reise ein jähes Ende, das gleich aus zwei Gründen: Erstes fing es richtig schlimm an zu schütten und zweitens war Andreas stehengeblieben, der meine zweite Dax, eine rote 70er, vorsichtshalber angehalten hatte. Die Maschine hatte doch etwas böse geruckt und er vermutete einen Kolbenfresser.
Andreas schlug noch vor, dass die anderen weiterfahren sollten, er würde sich mit der 70er langsam auf den Rückweg machen, um seiner Schrauberlust frönen zu können. Da es aber immer schöner ist, wenn eine Gemeinschaft zusammenbleibt und der Regen ohnehin den Rückzug nahelegte, fuhren wir wieder nach Elsa zurück.
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Kaum dort eingetroffen, wollte Andreas die Scheune in Heldritt aufsuchen, nachdem er in Windeseile festgestellt hatte, dass die Annahme eines Kolbenfressers die richtige war. Also fuhren wir alle nach Heldritt, um dort die Schätze zu durchstöbern: Und siehe da: Es fand sich alles. Erst der 70er Zylinder, dann die Kopfdichtung und ganz zum Schluß sogar der passende Kolben.
Das dauerte aber insgesamt recht lange, weil Andreas endlich einmal Ordnung in meine Sammlung gebracht hat. Er war ständig daran, Kartons auszuräumen und weitere Schätze zu finden. Die meisten standen auf der Straße und wurden nur durch die aaah und oooh und schau mal... noch-original-verpackt-Schreie von Andreas unterbrochen. Die anderen hatten in der Zwischenzeit noch eine rote Dax und eine gelbe Charly ausfindig gemacht, die kurzerhand auch in den VW-Bus verfrachtet wurden. Andreas durfte dafür im Kofferraum auf einem Reifenstapel Platz nehmen.
Dann ging die Schrauberei los: Es war eine reine Freude, an bis zu vier Maschinen wurde gleichzeitig gebastelt. Die Dax und die Charly, die beide seit 18 Jahren vor sich hinstaubten wurden tatsächlich in Null-komma-nichts wieder fitgemacht und blubberten über den Hof. Auch die rote 70er wurde sozusagen neu gekolbt und drehte wieder ihre Runden. Meine blaue bekam noch diverse Anbauteile, wie zum Beispiel einen Monstergepäckträger, der ihr den Namen Lastendaxi oder auch kurz Muli einbrachte.
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Das ganze ging nahtlos in die geplante Grillparty über, die meines Erachtens den krönenden Abschluss bilden sollte. Doch ich wurde wieder eines Besseren belehrt. Der Hotelier Thomas war inzwischen mit seiner Superkamera aufgetaucht und hat einige Bilder geschossen. Es war schon lustig, als er die Minibuell von Reiner aufnehmen wollte und dann ohne Vorwarnung die altersschwache Charly nebenherhoppelte. Also wie gesagt, mit dem Essen war es nicht getan. Denn es wurde schlichtweg weitergebastelt. Einige fuhren noch an einen ehemaligen DDR-Grenzort namens Bilmuthausen, von dem heute nur noch die Gedenkstätte existiert. Dieses Dorf befand sich zu nahe an der innerdeutschen Grenze und wurde noch bis ins Jahr 1978 von den DDR-Behörden rücksichtslos plattgemacht, außer einem Wachturm ist dort kein Haus mehr stehengeblieben, die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt und der Zufall wollte es, dass wir dort tatsächlich zwei Frauen aus einer Familie trafen, denen dort die Mühle gehört hatte und die sichtlich bewegt dort ihren Erinnerungen nachgingen. Durch einsetzenden Regen sind wir relativ schnell wieder nach Elsa zurückgekehrt.
Dort ging die Party jetzt richtig los. Motto: Feiern und schrauben! Zur Freude der Nachbarn wurde gegen 23.00 Uhr die letzte Flex gestartet, um Felgen zu entrosten, dass man um 23.30 Uhr dann noch Daxfelgen in Giftgrün lackiert ist doch ganz normal. Der ganz normale Wahnsinn sozusagen. Doch auch ohne Flex wurde es nicht gerade leiser, das Radio hat ja schließlich eine Lautstärkeregelung und die heiterfröhliche Unterhaltung tat das übliche.
Den krönenden Abschluß bildeten dann Tilo und Reiner, als sie ihre Bolliden zur Fahrt ins Hotel starteten. Insgesamt war das ein ganz phantastischer Tag, zu dem ich mir im Nachhinein nur noch gratulieren kann.
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Aber wie immer, wenn es so schön ist, hat das meistens auch Nachwirkungen. Das Frühstück am nächsten Morgen im Hotel habe ich ja noch überstanden, aber die erste feste Nahrung konnte ich erst gegen 19.00 Uhr zu mir nehmen. Wie hieß das Zeug nochmal, das mir den Rest gegeben hatte? Ach ja, Ramazotti, gestiftet von Uwe Zimmermann (Uwe, an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank, es schmeckt wirklich hervorragend, an die Nachwirkungen muß ich mich erst noch gewöhnen).
Um 10.00 Uhr war dann jedenfalls die Abfahrt geplant.
Andreas fuhr vor, weil er meine langsame Dax etwas schonen wollte, die anderen im zeitlichen Abstand hinterher, bis schließlich Gernot, der an diesem Morgen auch nicht so gut drauf war, zu spät bei uns auftauchte und fragte, wo die anderen sind. Jetzt nahm das Schicksal seinen Lauf. Um die anderen noch einzuholen fuhr er wahrscheinlich etwas schnell und kam bis Wiesenfeld, wo seine PBR sich zu einer längeren Ruhepause entschloss und sich entschieden weigerte, auch nur einen einzigen meter weiterzufahren. Da Andreas doch der beste Schrauber im Team war, mußte er wieder zurück, um Gernot zu bergen und so wurde relativ schnell wieder die Schrauberwerkstatt in Elsa eröffnet. Zu guter letzt allerdings mit negativem Erfolg, eine Reparatur vor Ort war nicht mehr möglich.
So gegen 16.00 Uhr beschäftigte man sich mit der Frage, wie man denn nach Hause käme. Funktionsbereite Daxen waren ja noch da, aber die waren relativ langsam und bei rund 400 km Weg über Karlsruhe nach Bornheim wäre doch etwas schnelleres angesagt. Zum Glück hatte ich aus meiner Oldtimersammlung noch eine alte Suzuki SP 370, die dann endlich mal wieder eine ordentliche Aufgabe vor sich hatte. Bepackt mit dem Honda-Motor auf dem Gepäckträger, Gernot auf dem Rücksitz, Andreas als Fahrer blieb natürlich noch die Frage: Wohin mit dem Gepäck? Also wurde alles in einen riesigen Rucksack gestopft, den Andreas aus Platzmangel auf dem Bauch statt auf dem Rücken tragen durfte.
Das sah ganz witzig aus, Andreas als motorradfahrendes Känguruh sozusagen.
Nachdem ich einfach keine Rückmeldung mehr bekam, wurde ich doch nervös, bis mich endlich um 21.30 Uhr ein Anruf von Andreas erreichte, der war aber keineswegs zuhause, sondern erst vor Karlsruhe, weil die Regenwolken wieder tierisch zugeschlagen hatten und die beiden kaum vorwärts gekommen waren.
Also alles in allem eine Fahrt, die viele sicher nicht vergessen werden mit nicht gerade optimalem Ausgang, aber ein Gutes hat es auf jeden Fall: Ich kann mich bald wieder mit Gernot und Andreas treffen, denn die PBR steht ja schließlich noch bei mir und wird bald abgeholt werden.
Auch wenn ich berufsbedingt nur selten an Monkey- und Daxtreffen teilnehmen kann, ich freue mich jetzt schon auf das nächste.
Euer Jax
Jochen Schmeißer Riedweg 9 96476 Bad Rodach
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