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Es war einmal ?

…vor vielen, vielen Jahren,
ein netter junger Mann, der einfach gerne auf zwei Rädern
unterwegs war.


Es war wohl etwa im Jahre 1968 oder 69 als ich mein erstes Moppet, eine NSU Quickli bekam.
In einem Garten fuhren wir damit fast täglich unsere Kreise und
lernten das Fallen und Wiederaufstehen.
Unendlich viele blaue Flecke fanden seinerzeit den Weg auf meine Arme und Beine.
Schon recht bald kam ein alter 200er Heinkelroller dazu und
unsere Kreisbahn durch den Garten reichte kaum noch aus. L

Leider wurde dann ein Haus auf dieses Gartengrundstück gebaut und eines Tages nach der Schule fand ich die Gartenlaube, die lange Zeit als Unterstand für die Motorräder diente, als qualmendes Grab vor. Quicklie und Heinkel wurden einfach abgefackelt.


Dann,
Anfang der 70er Jahren einfach ein Quantensprung,
als 14-jähriger vom Fahrrad aufs Mofa…..


Damals,
ja damals war der Traum ein Mofa Zündapp Bergsteiger.


Ein traumhaft schönes Gerät, kanllrot und wieselflink –und auf der Strasse erlaubt.

Allerdings kam dann im gleichen Jahr,
also etwa 1970/71
das Angebot eines netten Landwirtes am Rodacher Marktplatz gerade Recht,
dessen alte und verstaubte 175er Hercules vom Boden zu holen.
Vier starke Jungs halfen mir also dabei, dieses Museumsteil
(gerade mal 5 Jahre älter als wir und somit rund 18 Jahre alt)
über drei Treppen nach unten zu schaffen und alsbald auch gangbar zu machen.
Sie lief !  
Sie lief sogar richtig gut und in einer Region,
wo die Grenze zur DDR nur wenige Kilometer entfernt war, konnten wir so richtig rumtoben.
Polizei – ja klar.
Es gab eine Grenzpolizeistation mit bis zu 42 Beamten.
Doch waren diese entweder immer auf Streife oder wir waren einfach viel schneller im Gelände
als deren wunderschöner weiß-grüner Käfer – erwischt haben sie uns glücklicherweise nie.
Unsere Stürze endeten meist recht glimpflich,
denn wir konnten ja nur über die Wiesen und durch den Wald,
da ja auf der Strasse die Polizei schneller gewesen wäre……

Erst Jahre später und mit Erreichen des Führerscheines
– immerhin waren drei Fahrstunden nötig – kam das erste zugelassene Motorrad.
Eine gerade noch bezahlbare, gebrauchte Yamaha XT 500.
Ja klar,
genau die, von der wir alle geträumt hatten.
Damals gerade als brauchbar gebraucht zu bezeichnen,
war es doch das absolute Highlight meiner zweirädrigen Karriere.
Leider mußte ich alsbald meine Lehre anfangen und es blieb kaum noch Zeit zum Fahren,
geschweige denn für ausgedehnte Touren oder Reisen.
Somit kam, was kommen mußte,
ich verkaufte meine XT und erstand dafür ein superbrutales Geländegerät
der Marke Husquarna mit 250 Kubik und fast 50 PS.  
Nur wenige Einsätze hatte es ab dann gebraucht und mein rechtes Knie kam unters Messer.
Noch heute leide ich unter den Nachwehen dieses Motorrades ;-)

Mittlerweile stand ich schon mitten im Berufsleben,
heiratete und arbeitete fast rund um die Uhr und das dann auch noch in der Siebentagewoche.
Logisch,
daß dabei das Motorradfahren immer mehr in den Hintergrund geriet.
Aber dennoch,
irgendwie fand ich die Zeit, mir eine Moto Guzzi 850 T3 zu kaufen und
es bleibt bis heute das schönste Motorrad, daß ich je besaß.
Mit ihr und meiner damaligen Frau gelang es auch,
einige richtig schöne Touren durch Deutschland zu machen.
Leider trennte ich mich irgendwann auch wieder von diesem Motorrad,
was ich noch heute bereue !




Eines Tage erreichte mich der Anruf eines Freundes aus Bayreuth und
forderte mich auf, zu Ostern eine Tour nach Dänemark mitzumachen.
Naiv wie immer,
sagte ich zu und begab mich auf die Suche nach einem bezahlbaren Untersatz.
Dies war dann meine allererste BMW ! 
Eine abgetakelte und wirklich abscheuliche R 80 G/S
wurde dann notdürftig reisefertig gemacht und
ich verbrachte einige echt kalte und scheußlich nasse Tage irgendwo in Dänemark.

Auf jeden Fall war das der Anfang meiner Zeit auf Motorrädern mit Boxermotor und
bis heute komme ich von diesem Antriebskonzept nicht weg.
Nach obengenannter R 80 G/S kam eine R 100 GS Paris/Dakar gefolgt von einer R 1100 GS,
einer R 1150 GS und alsbald dieselbe als Touratechs ReVamp – Umbau und
später, schließlich werden wir alle langsam alt, eine R 1200 RT.
Niemals jedoch gab es eine Zeit,
wo nicht wenigstens eine zweiventilige GS in der Garage stand und
auch aktuell habe ich eine 100 GS im Geländeumbau und
eine 100 GS P/D fahrbereit im Stall.

Gute Fahrt wünscht Toxer von den www.old-men-oxers.de