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| "Lange Berge" und die Grenze zur ehemaligen DDR |
Immer wieder hatten wir uns vorgenommen, einmal das absolute "MiniStrassenParadies der Langen Berge" unter die Räder zu nehmen.
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Dieser Mittelgebirgszug mit gerade mal 528 m ü NN verfügt allerdings über etwas, was gerade für Motorradfahrer grundlegend wichtig ist: Kurven. Kurven, Kurven und noch mal Kurven! Dazu kommt, daß diese Sträßchen, die sich weitestgehend in Oberfranken, jedoch im nordwestlichen Teil auch bis an den Thüringer Wald reichen, in weiten Teilen absolut verkehrsarm sind. Viele Kilometer und viele Kurven lang hatten wir bei dieser Tour kein einziges Auto gesehen.
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Die stark bewaldete Landschaft befindet sich an der Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen – genauer, zwischen der Werra bei Eisfeld und der Itz im Herzogtum Coburg.
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Wir machen uns auf den Weg, dieses Paradies zu erkunden. Der Start ist, wie immer, wenn wir in der Mitte Deutschlands unterwegs sind, die "Alte Molkerei" in Bad Rodach bei Coburg. Hier in diesem "MotoRoute Hotel" hatten wir bisher auch immer die besten Tipps für unsere Touren in die Rhön, den Thüringer Wald, die Fränkische Schweiz und natürlich nun auch in die Langen Berge, bekommen.
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Gespannt machen wir uns am frühen Morgen auf in Richtung Elsa und Öttingshausen. Die Endung „-hausen“ an den Ortsnamen begleitet uns dann auch zwei volle Tage lang immer entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Über Mirsdorf mit einem Abstecher nach Drossenhausen machen wir die erste Pause am „Eisfelder Blick“. Diese Aussicht war rund 30 Jahre lang den Grenztruppen der US-Armee sowie dem Bundesgrenzschutz vorbehalten. Hier, nur wenige Meter entfernt vom Kolonnenweg der DDR-Truppen waren die US_Militärs stationiert, die wohl oder übel aufpassen mußten, was auf der anderen Seite passiert. Obgleich die Grenzer der NVA (Nationale Volksarmee der DDR) gründlichst dafür sorgten, daß ja kein „Bürger“ versuchen könnte, in den Westen zu entschwinden und obwohl diese Sorgfalt mit Hilfe von Selbstschussanlagen, Stacheldraht, Minengürtel und Hunden beaufsichtigt wurde, kam es immer wieder vor, daß es Menschen der DDR gelang, sich in den Westen davonzumachen. Auf der Westseite, eben auch hier am Eisfelder Blick, wurde jedoch beobachtet , ob die Menschenrechte beachtet werden. Leider, so hatten wir schon früher den Eindruck, war die Situation für die US-Truppen wohl häufig recht langweilig, denn durch einen 10 Kilometer ins Land reichenden Sperrgürtel, sorgte das DDR-Regime lange Zeit selbst für „Ruhe“ im Grenzgebiet.
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| Viel Geschichte also, hier in den Langen Bergen, doch wir wollen noch mehr von diesen Kurvenschwüngen auf oft hervorragenden Sträßchen genießen und machen uns auf den Weg über Tremersdorf nach Görsdorf, wo uns schon wieder ein Relikt der DDR erwartet. Rund 30 Meter Mauer, deren Machart stark an die Mauer in Berlin erinnert, wurde hier als Mahnmal erhalten. Das Naturschutzgebiet entlang des Kolonnenweges ist von hier aus sehr deutlich zu erkennen.
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Entlang des Schönstädtspeichers geht es nochmals über die Landesgrenze nach Thüringen. Hier stehen die Rinder, ähnlich wie im Allgäu, auf der Weide und sehen wahrlich glücklich und zufrieden aus. Käse aus der Milch von gutgenährten und absolut biologisch aufgezogenen Kühen gibt’s in der "Alten Molkerei" täglich zum Frühstück. Man sollte sich derlei Spezialitäten nicht entgehen lassen. Weiter westlich werden die Ausläufer der Langen Berge dann jedoch langsam sanfter und wir orientieren uns deshalb bald wieder in Richtung Eisfeld, um nochmals die Dörfer in den Langen Bergen auf kleinsten Sträßchen zu erforschen. Bockstadt, Harras, Veilsdorf und wiederrum Orte mit „Hausen“ wie Lempertshausen, Adelhausen und Massenhausen säumen unseren Weg. 600 Kilometer Tour im Umkreis von nur 20 km Radius hatte uns Thomas von der "Alten Molkerei" versprochen und am Abend beim Bier in den Roesler Stuben müssen wir ihm gezwungenermaßen Recht geben. Wir freuen uns schon auf den zweiten Teil dieser Tour "der Langen Berge" und finden nach einem ausgiebigen Abendessen bei Nicole und Tobias recht bald den Weg in unser Zimmer.
Bis bald in den Langen Bergen sagen Anke und Sina
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