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| Betriebsausflug nach ganz oben. Die Fa. Hausner auf der Bergstation Bontadini, auf 3332m ü.NN ...............mit dem Motorrad natürlich! | | Fotos: Peter Hausner / Frank Grossmann Text: Peter Hausner
Erzählt von: www.hausner-motorraeder.de/
| Auslöser für einen Betriebsausflug der etwas anderen Art war die immer wieder schwärmerisch vorgetragene Geschichte vom Mechaniker Frank Großmann, aktiver Veteranen Trial Fahrer, über seine Fahrt 1985 auf den Chaberton in den französisch- italienischen Alpen. Die Geschichte schloss allerdings immer mit einer verdrückten Träne und dem Hinweis, dass die Straße bei Strafe nicht mehr befahren werden darf. Aber es gäbe da wohl noch eine Straße zu einer Schutzhütte in der Nähe des Matterhorns, die im Sommer bis auf 3332m befahren werden darf und somit, lt. Denzel, die höchste befahrbare Straße in den Alpen darstellt.. Letzten Herbst war er schon mal dort, kam aber nicht bis oben wegen Eis und Schnee. | | Das könnte man doch mal machen?????? Ein paar Bedingungen sollten aber schon sein: Das Motorrad muss mindestens30 Jahre alt sein und hinten 2 Federbeine haben. Gesagt, getan........Frank fährt in seiner Freizeit Veteranen Trial mit einer 400er Horex Regina, Baujahr 1956 und wie es der Zufall so wollte, wurde gerade im August eine gebrauchte Honda XL500S 30 Jahre alt. | | | Die Horex war zu dem Zweck bereits perfekt hergerichtet, da sie ja bereits aktiv eingesetzt wird. Übersetzung wie eine Gämse, Drehmoment wie ein Traktor. Höchstgeschwindigkeit auf der Strasse ca. 65km/h. Vibrationen zum Totlachen. | | Also muss die Honda umgerüstet werden. Reifenhalter sind schon drin (braucht man unbedingt zum Fahren mit einem Luftdruck von 0,4bar). Geländereifen drauf, gleich einen neuen Kettenkit und statt einer Übersetzung von 15 und 39 Zähnen, kommen jetzt vorn nur 13 und hinten 53 Zähne zum Einsatz. Jetzt krabbelt sie im Standgas dahin, Top Speed ca. 80km/h. Der Vergaser bedarf einer kleinen Abstimmung und dann durch den Tüv. Die 6VAnlage bleibt drin, denn es hat keiner vor mit Tagesfahrlicht und Blinkern zu fahren. Warnwesten und Navi lassen wir auch weg. | | Also noch die Blinker runter und gewichtsoptimierte Nummernschilder ran und ab in den Bus. | | | | | Die Anfahrt über die Schweiz und den St.Bernhard Pass ist immer wieder ein Erlebnis. Auf einem Parkplatz vor Breuil Cervinia (im Sommer nicht sehr einladend) wird Quartier bezogen und von der Gemeinde auch abkassiert. | | Aber es gibt fließend Wasser und einen schönen Blick aufs Matterhorn. | | | Aufbruch: Das Wetter ist gut, in Chatillion hats 26 Grad, bei uns auf 2200m angenehme 15 Grad, oben wird es an die null Grad Grenze gehen. Die insgesamt ca. 13km, die wir fahren werden, beginnen mit mäßigen Anstiegen und Murmeltieren, die sich gar nicht von uns gestört fühlen. Sie erlauben uns eine erstaunliche Nähe und knabbern an dem einen oder anderen Kräutlein. Die Piste ist breit und nicht sehr steil, immer wieder queren angelegte Wasserrinnen, die wir mit einem leicht gelupften Vorderrad elegant überwinden. Mit zunehmender Höhe müssen wir jedoch immer mehr am Kabel ziehen um den gleichen Effekt am Vorderrad zu erzielen. | | | | Bis zur Gondelbahn Zwischenstation Plan Maison auf 2555m geht es recht zügig und auf festem Boden. Die meisten dieser „Straßen" dienen dem Erhalt der Skilifte, der Hütten und der Lawinensprenganlagen, weshalb die Instandhaltung sich aufs Nötigste beschränkt. | | | Dann geht's noch weiter zur Sessellift Umsteige auf 2876m, die man über viele verschiedene Pfade erreichen kann. Wir haben uns für diverse Wasserdurchfahrten entschieden. | | Das erste Schneefeld ist erreicht, der Blick nach oben wirft ein paar Fragen auf. Wo ist der Weg? Jetzt ist es wie beim Trial fahren. Man schaut sich erst mal an, wie es weitergeht. Wegweiser bestehen aus aufgesprühte Farbtupfern auf den Felsen, die Spuren der Ketten von den Raupen oder aufgewühlten Steine, die einem zeigen, das hier ein Allradler gefahren ist. Hier sind jetzt die steilsten Stellen dabei, an einer muss ich drei Anläufe nehmen. | | | Schätzungsweise 30 bis 35% hat das lose Geröll hier auf einer Länge von 150m und geht dabei noch in eine lange Linkskurve. Die alte Horex, mit dem erfahrenen Frank, schafft das alles mit links und ich glaube ein kleines Grinsen auf ihrem Scheinwerfer gesehen zu haben, als ich völlig ausgepumpt bei ihr ankam. Die Luft ist merklich dünner hier oben. Noch ein paar rutschige Steinplatten, die eine oder andere steile Kurve, loser Untergrund, durch Ketten aufgegrabene enge Kehren mit großen Steinen..........................wir sind oben!!!!! Die Schweiz begrüßt uns mit ihrer Fahne, die Strasse endet hier. Geht über in den Theodulgletscher, auf dem in weiter Ferne ein paar Skifahrer unterwegs sind. Der Schnee scheint uns aber zu weich, um noch weiter zu fahren, schon zu Fuß ist er extrem rutschig. | | | | Aber es geht ja noch ein Stück höher auf die Theodulhütte. Noch einmal das Herz in die Hand genommen, ein kurzes, wie ich glaube aber das steilste Stück und wir parken unsere Maschinen unter der Gipfelstation mit der Aufschrift 3332m. | | | Es ist geschafft, abklatschen, ein paar Bilder. Es ist saukalt, der Wind hat Sturmstärke, der Versuch ein Bild mit Selbstauslöser zu machen scheitert an den Windgeschwindigkeiten und beim Hertragen ein paar größerer Steine als Naturstativ schnappt man nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen. | | Ich kann mir gut vorstellen, wie es sein muss, wenn man hier oben von schlechtem Wetter überrascht wird. Also Abstieg. Der ist natürlich viel einfacher, also wird öfter Pause gemacht und das eine oder andere Bild nachgeholt. Unterwegs denkt man schon wieder ans Hochfahren oder entdeckt die eine oder andere interessante Abzweigung. Man macht sich Gedanken über diverse Rohre die irgendwo aus einem Hang kommen und für die wir keine Erklärung finden. Es dauert nicht lange und die Welt hat uns wieder, noch mal die Murmeltiere gegrüßt, an der Alm vorbei (eben ist der Bauer mit einem undichten Güllewagen hier entlang gefahren) und schon sind wir wieder in der Zivilisation. | | | Drei Stunden nach unserem Aufbruch sind wir zurück am Bus und berichten, bei einer dampfenden Tasse Kaffee, unseren Mädels, was wir eben erlebt haben. Dank DigiCam sogar mit Bildern. | | | Fazit: Der Ausflug schreit nach Wiederholung. Bedingungen: siehe oben. Für Gold Wing ungeeignet und auch mit einer 1200 GS kommt man da nicht rauf.
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