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..oder wie sonst sollte man eine Reise beschreiben, die von solcher Vielzahl sprachenählicher Laute geprägt war ?
Vom Schweizerdeutsch über Pfälzer Urlaute aus dem Ruhrpott bis hin zum tief Schwäbischen.. um dann von Korsisch ins Französiche und Italienische zu wechseln.
Ich bestätige hiermit offiziell: Ich habe kein Wort verstanden ! |
Wir bedanken uns für die Unterstützung bei Heidenau Reifen. Der hier getestete K60 - unser Name dafür ist Multigummi -gilt ab sofort als unser Hausreifen auf allen Reiseenduros.
Ferner danken wir dem Hause Held für super tolle Tankrucksäcke, die sowohl Video-Ausrüstung als auch die mobilen Kommunikations-anlagen von MotoRoute Navigation sicher transportierten.
Besonderer Dank gilt auch Heiko Höbelt von der Firma CLS, der in Teile unseres Fuhrparkes ein CLS-Kettenschmiersystem einbaute. Gerade hier auf oft sehr staubigen und sandigen Strassen hat uns das präzise arbeitende System beste Dienste erwiesen. |
 | Unser diesjährige Herbstreise sollte uns in den nördlichen Teil Korsikas führen. Cap Corse, die berühmten Kastanienwälder im Osten und die wilden Schluchten versprachen schon im Vorfeld die gewünschte Vielfalt. Vor der Freude jedoch kommt die Arbeit, wie Heinz hier beim Verladen seines Motorrades in einen extra gemieteten Allradbus eindrucksvoll demonstriert. (Bild oben) | | |  | Da die Anreise in weitem Bogen über das Schwabenländle zur Firma Bikeservice Wild führte und von dort in die Schweiz um Katahrina und Heinz abzuholen, gönnten wir uns unterwegs natürlich auch immer wieder etwas Kultur. Hier in Lucca im nördlichen Teil der Toscana. Passend zu unserer Reise zeigt das Bild Giacomo Puccini auf einem Motorrad. Puccinis Opern erlangten Weltruhm und sind, wie zB. Madame Butterfly, noch heute in internationalen Opernhäusern zu erleben.
| | |  | | Am frühen Morgen treffen sich die erste Gruppe der MotoRoute Herbsttour schon um 07.00 Uhr am Hafen von Livorno. Mit Corsica Ferries geht es in drei Kleintransportern in Richtung Bastia, der Hauptstadt und dem größten Hafen Korsikas. Die vier Stunden dauernde Überfahrt erlebten wir bei allerfeinstem Reisewetter mit Sonne, kaum Wolken und vor Allem - bei ruhiger See. Panini und Cafe Latte blieben dort, wo sie hingehören, im Magen. | | |
 | | Von Bastia aus über die Berge des Inselinneren kommen wir schon am frühen Nachmittag in unserem Hotel im nordwesten der Insel an. Hier in I´lle Rousse scheint zur Begrüßung die Sonne und wir entladen sofort die Motorräder. Eine spätnachmittägliche Spritztour an den kleinen Hafen des Ortes und in die gleich hinter dem Hotel beginnenden Berge lassen wir uns nicht nehmen. Die rote Halbinsel, die dem Ort seinen Namen schenkt, macht dem auch sogleich alle Ehre und leuchtet in kräftigen Rottönen. | | |  |  | | Der erste Morgen weckt uns mit warmen Sonnenstrahlen. Ziel sind die Kastanienwälder im Westen der Insel - also unterhalb der Inselhauptstadt Bastia. Die geplante Tour mit etwa 250 Tageskilometern ist für Korsika wirklich ausreichend und verspricht einen kurvenreichen Tag. Das Bild entstand bei Palasco und zeigt ein ruhiges Meer im Hintergrund, auf welchem zu dieser Zeit Elke und Gernot noch als Nachzügler auf dem Weg nach I´lle Rousse sind. | | |  | 8. November 2009. Das Wetter zeigt uns, daß es auch auf Korsika herbstliche Momente geben kann und wir beschliessen, an diesem Tag MotoRoute-Kultur in den Vordergrund zu stellen. Via PKWs erfolgt alsbald ein gemeinsamer Ausflug nach Calvi. Calvi liegt 95 km von Bastia und nur 24 km von L'Île-Rousse entfernt am Golf von Calvi.Die Stadt besteht aus der Unterstadt, in der das Rathaus, der Marktplatz und der bedeutende Yacht- und Fährhafen liegen, und der Oberstadt, die vom Gouverneurspalast und der Festung dominiert wird.
Wir erleben Calvi in dieser Jahreszeit als komfortabel ruhig und unsere regelmässige Kaffeepause später am Hafen von Calvi bringt uns in ein Café, welches nur für uns geöffnet scheint. Als gegen Mittag der Himmel langsam aufklart, beschliessen Katharina, Anke, Heinz und ich, noch einen Abstecher in die nahen Berge zu machen. | | |
| So zieht es die kleine Vierergruppe bei trockenem Wetter, jedoch noch feuchten Strassen in Richtung St. Florent. Wie fast überall um diese Jahreszeit sind die Strassen fast absolut leer. Seltenst kommt ein Auto entgegen. Wir geniessen die Rücksicht der Korsen auf der Strasse. Wenn ein Korse überholt, dann hält er genügend Abstand und bedankt sich immer, wenn wir ihn vorbei winken. Selten haben wir in südlichen Gefilden so viel Fairness von Autofahrern erlebt. Vorsichtiges Fahren ist hier dennoch auf jeden Fall angesagt. Zwar ist der Strassenbelag fast ständig hervorragend, doch ist der übersichtliche, gerade Teil zwischen zwei Kurven meist sehr, sehr knapp bemessen. So staunen wir immer wieder über die wechselnden Ausblicke, die sich innerhalb weniger Meter auftun. | | |  | Zurück von der Tagestour zeigt uns das korsische Wetter, warum hier so viel tropische Pflanzen stehen. Rund 20° C und dann geht der Himmel auf. Sturzbäche ergießen sich für eine halbe Stunde über uns und unser Hotel. Obwohl unsere Motorradbekleidung wirklich wasserdicht ist, hier braucht es einen Schirm. Zum Glück dauert solch ein Guß nicht lange und wir nutzen die Zeit für eine Dusche um dann am Abend in der Altstadt von I´lle Rousse auf typisch korsische Art zu Abend zu essen. Als Ausgleich für das lange Sitzen auf dem Motorrad wählen wir meist einen ausgedehnten Fussmarsch zu einem Restaurant. Dort gibt es zu den Erlebnissen des Tages immer einen Vin de la maison - in rouge - und aus der Glaskaraffe.Interessant dabei ist, daß Korika zu Frankreich gehört und die offizielle sprache Französisch ist.
Wie man auf den Ortsschildern unschwer erkenen kann, bewahren sich die Korsen jedoch ihre eigene Sprache. So sind eben auch auf den Ortsschildern die Ortsnamen immer in Französisch und darunter in Korsisch geschrieben. Diese korsische Sprache erinnert in weiten Bereichen ans Italienische und so sitzen wir oft genug vor einer Speisekarte und versuchen die wahre Bedeutung der Speisen zu interpretieren. Mit unserem Mischmasch aus italienisch, französich und englisch kommen wir jedoch immer zu einem hervorragenden Menü. | | |  | Heute wollen wir der Gruppe St. Florent bei Sonne zeigen und so geht es schon um 09.00 Uhr in die Berge nördlich von I´lle Rousse. Die gut ausgebauten Strassen sind noch nass, haben jedoch ordentlich Gripp und unser Testreifen aus dem Hause Heidenau zeigt auch in Schräglage, daß er unsere Nummer 1 auf kleinen Strassen und Strässchen ist. Mit sanfter Musik begleitet uns dieser Reifen bei Geschwindigkeiten über 120 km/h, dies jedoch so unspektakulär, daß man sich schon richtig auf die leise Hintergrundmelodie freuen mag. Allerdings erlebt man solcherlei Geschwindigkeiten auf Korsika relativ selten. Erst Recht nicht, wenn man sich Zeit nimmt, die immer neuen Eindrücke in sich auf zu nehmen. Am liebsten bliebe man hinter jeder Kurve stehen um den Blick über das Meer, in die Berge, auf die Landschaft, wirken zu lassen. |
 | | Wie hier in Nonza können wir immer wieder direkt von den kleinen Bergstrassen hinunter an die Küste fahren, wo abgelegene und in dieser Jahreszeit absolut verlassene Strände einladen, die Seele baumeln zu lassen. Ständig und überall begleiten uns entlang der Küste die vielfältigen Wach- und Aussichtstürme, die vor heranrückenden Piraten oder streitbaren Seefahrern warnen sollten. | | |  | Auch dieses Bild ist von einem dieser Wachtürme gemacht worden und zeigt wiederholt eine allerfeinste, kleine Küstenstrasse ohne Verkehr. Dieses Bild zeigt ausserdem sehr deutlich, daß die "Gelben" weitaus besser gesehen werden, als Sabine und Katharina in ihren dunklen Jacken. MotoRoute - wir bekennen Farbe !
|  Heinz geniesst die Sonne und den Ausblick auf´s Meer.
| Am gleichen Turm enstand dieses Bild, nach dessen Vorlagen sicherlich Band XXIIL "Asterix in Korsika" entstanden wäre.
| | |  | Anfänglich glaubten wir an einen Zufall, ein defektes Gatter oder eben an eine einzelne, ausgerissene Kuh. Dann jedoch, als ländliche Bewohner immer häufiger unsere Fahrbahn kreuzten, merkten wir, daß wir uns den Tieren anzupassen haben und nicht umgekehrt !
Wie hier im Bild weiden unzählige Kühe und Ziegen oder gar Pferde direkt an und neben der Strasse. In wäldlichen Landstrichen überwiegen ausgewilderte Hausschweine und suchen nach Nahrung, meist in Form von Maronis, den lecker schmeckenden Esskastanien. In ganzen Rudeln stehen diese halbwilden Schweine unter dem Blätterdach der Kastanienbäume und laben sich an deren Früchten. Dabei scheint völlig egal, ob gerade eine Horde netter Motorradfahrer diese Fahrbahn nutzen wollen. Nur mit Hupen und deutlichem Motorlauf lassen sich die Schweine, oder eben Kühe, davon überzeugen, daß wir hier vorbei wollen. |
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 |  | | Gut 50 Gipfel mit über 2000 Metern Höhe bilden das Innere der Insel Korsika. Auf unserem Weg von I´lle Rousse nach Saint Florent offenbarten sich auch diese Ausblicke und verraten das Ziel der nächsten Tagestour. | | |  | | Schon im Vorjahr, auf dem Rückweg vom Südteil der Insel zum Fährhafen in Bastia hatten wir einen kleinen Abstecher an den Hafen von St. Florent gemacht. Damals von einem Herbststurm hinter die Kaimauer getrieben, um uns vor den riesigen Wellen zu schützen, erlebten wir jetzt einen milden und ruhigen Spätsommertag, den wir mit einer ausgiebigen Kaffeepause in einem der wenigen, geöffneten Lokale. | | |  | Jäger sieht man im Herbst in Korsika immer und überall. Kaum ein Kilometer, wo nicht mindestens ein Gewehr schwingender Mann an der Strasse steht um die übermässig werdenden Schweine zu dezimieren. Hier jedoch hatte sich einer dieser Jagdgesellen wohl ein Denkmal bauen wollen und hatte drei Decken der Wildschweine direkt am Wegesrand aufgespießt. Den schier unerträglichen Geruch kann dieses Bild glücklicherweise nicht wiederspiegeln. Heinz und die Anderen waren sicher schnell genug an der Schweinerei vorbei gefahren und haben das Aroma nicht mit bekommen. |
Dieses sportliche Bildchen - nein, es ist nichts passiert dabei - zeigt Elke bei einer gymnastischen Einlage...
Auf dem Rückweg vom Col de Verghio konnten wir schon von weitem eine riesige Ruine eines Klosters oder eines Gutes sehen. Etwa auf Höhe dieser Anlage führt ein kleiner Sandweg einige Hundert Meter hinauf. Kaum daß ich Zeit hatte zu fragen, wer den mit wolle, nach da oben...... war schon Elke mit der F 650 unterwegs. Ohne zu zögern schaltete sie herunter und bog ab in diesen Weg. Elke hatte natürlich nicht vorgesorgt und ihrem Motorrad entsprechende Wanderschuhe angezogen. Elke war auf Seriensohlen unterwegs...... Glücklicherweise waren wir schon oben angekommen, als Elke dann den Grip, und somit die Gewalt über ihr Motorrad, verlor und elegant in die Horizontale glitt. Elke, bitte entschuldige, daß ich erst fotografierte und dann helfen konnte. Absolutes Lob verdient Elke allemal - schliesslich war sie noch nie auf einem solchen Weg unterwegs und schliesslich auch hatte sie ganz normale Strassenreifen aufgezogen. Das muss man erst einmal nachmachen und dann auch wieder heile nach unten kommen.
Dennoch die Moral von der Geschicht: Mit K60 passiert das nicht ! |  | | Gut gelaunt und völlig unversehrt oben in der Ruine sind dann auch Elke und Butterflöckchen angekommen. Wie kommen wir da denn wieder runter, war allerdings die erste Frage, nachdem sie den Sandweg überwunden hatten. |  | | Eindrucksvoll demonstriert Heidenau´s K60, daß er sich nicht nur auf guten Teerstrassen wohl fühlt. Manfred Wild zeigt uns hier die Bremswirkung des Reifens in nassem Sand auf der Abfahrt von der Ruine. | | |  | | Schon am späteren Nachmittag fahren wir hinunter zum Hafen von Porto. Romantisch und wunderschön angelegt, jedoch genauso verlassen und ohne geöffnetes Cafe, wie in so vielen Orten in dieser Jahreszeit. Gut vorbereitet findet sich jedoch in jedem Tankrucksack eine MotoRoute-Flasche mit Trinkbarem und zusammen mit einem Stück Wurst samt Baguette lässt uns an diesem Hafen eine ausgiebige Ruhepause geniessen. | | |  |
Oben in den Bergen Korsikas werden die Strassen immer kleiner.Wundersam jedoch, die fast immer vorhandene Mittellinie. Wie man unschwer erkennt, reicht der Platz gerade für ein Motorrad oder eine Kuh. Bei zwei PKWs oder gar LKWs wäre der Mittelstreifen definitiv überflüssig. Die Randbegrenzung der Fahrbahnen dagegen sind in der Regel unbefestigt. Oft finden sich spitze Steine als Begrenzung zum Abgrund. In der Nähe von größeren Ansiedlungen kann es sogar ein mal eine Leitplanke geben, meist jedoch spart man sich solcherlei Hilfsmittel völlig, denn vor Kühen würden sie sowieso nicht schützen. | | |  | | Eine der schönsten Strassen haben wir im Tal nach Asco gefunden. Unsere letzte Tour dieser MotoRoute Herbstwoche führte uns in diese Sackgasse und man muss lange Kilometer wieder zurück fahren. Enorm tiefe Schluchten, enorm steile Abhänge und ewig weite Einschnitte mit Bachlauf und zerstörten Brücken verlangsamen unsere Fahrt immer wieder. Hier scheint auch die Zeit stehen geblieben zu sein. Über weite Strecken ist kein Haus, kein Mensch, kein Auto oder gar ein Ort zu finden. Unsere Suche nach einer Stärkung, sogar unter Zuhilfenahme falsch herum gefahrener Einbahnstrassen, führt somit wiederholt zu keinem Erfolg. | | |  | | Leider ist auch diese Woche schon wieder vorbei und ein Teil unserer Gruppe muss zurück zur Arbeit. Die Überfahrt von Bastia nach Korsika bei herrlichstem Wetter nutzen wir, um die letzten Seiten des nächsten MotoRoute Magazins zu besprechen. In diesem neuen Heft findet ihr sicherlich auch schon den Hinweis zur MotoRoute Herbsttour 2010 | | | | Einem herzlichen Dank an eine super Gruppe, tolle Rücksichtnahme, hilfsbereite Fotomodelle und gut gelaunte Mitreisende: Katharina, Sabine, Elke, Anke, Manfred, Gernot und Heinz - sagt Onkel Tom. | PS: Der Titel dieser Geschichte basiert auf einem in Korsika entstandenen französichen Kosewortes, welches in etwa soviel bedeutet, wie Bublier ! Weiterhin haben wir gelernt, daß in Teilen der Schweiz die Butter als Anke betitelt wird. Am Frühstückstisch war also immer wieder zu vernehmen, "reich mir doch mal die Anke rüber" -
Butter und Bublier - wir sehen uns wieder in 2010 - Korsika Ostseite.
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