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Die Hassberge - like a gentle giant!
Autor: Sam Oht
Eine Tour durch
eine scheinbar
unscheinbare Region,
wie sie schöner und
romantischer kaum
sein kann.
Mit nur rund
800 Quadratkilometern
Fläche verdient
dieses Fleckchen Erde
wohl eigentlich den Titel
„Giant„ am allerwenigsten.

 


Aber wir beziehen den „Riesen“ auf die gigantische Landschaft und die Vielfalt an Eindrücken,
die wir hier im Hinterland des Mains empfanden.

Viel treffender auf jeden Fall der Zusatz Gentle,
denn die endlosen,
sanften Schwünge der Erdkruste sind zu einer „Dauerwelle“ für Motorradfahrer geformt.


Dazu eine enorme Unzahl
von Burgen, Schlössern
und herrschaftlichen
Prachtbauten,
die eindeutig zeigen,
dass auch schon
im Mittelalter
diese Region,
grob zwischen
Schweinfurt und Bamberg,
reichlich Zuspruch fand.

Die Geschichte zeigt aber noch mehr Bemerkenswertes.
So wurde zum Beispiel die Burg Königsberg,
leider nur noch eine Ruine,von keinem Geringeren wie Kaiser Friedrich Barbarossa errichtet.

Ein Restaurant mit Biergarten und herrlichem Ausblick findet sich heute darin und wir sind froh,
nicht im Mittelalter in diesen kalten Mauern gelebt zu haben.
So schön uns die Ruine bei sonnigem Wetter auch vorkommen mag,
in einem kalten Winter vor 500 Jahren hätten wir bestimmt keine solch fröhlichen Gedanken gehabt,
wie sie uns heute bei einer Tasse duftendem Kaffee kommen.

Mitten in einer
verwunschenen Gasse
in Königsberg
steht das Geburtshaus
von Regiomontanus,
dem berühmten Mathematiker
und Astronom,
der hier 1436 das Licht
der Welt erblickte.
Bereits mit 12 Jahren
studierte er in Leipzig und
gründete 1472 in Nürnberg
die erste Sternwarte
der Welt.


Wer hier in den Hassberge enge Kehren und extreme Strassenführung erwartet,
wird sicher enttäuscht sein.
Dagegen finden sich wahrlich unendliche Kleinstrassen durch Wiesen und Wälder,
die jedoch niemals Langeweile aufkommen lassen - im Gegenteil,
man wird Eins mit seinem Motorrad und hofft nur, dass das nicht aufhören möge.


Immer wieder tauchen
kleine Dörfer auf und
verschwinden alsbald
wieder im Spiegel.
Eigentlich viel zu
wenig Zeit widmet man
sich diesen Dörfern und
Städtchen,
welche oft genug Anlaß
gäben anzuhalten
um in der Vergangenheit
zu schwelgen.
Eine grosszügige Runde macht die „Strasse der Fachwerkromantik“
durch den Naturpark Hassberge.
Immer wieder stösst man auf diese Thementrasse,
deren Namen kaum passender ausdrücken kann, was sich dahinter verbirgt.
  Bramberg,
in den 70er Jahren
wohl hauptsächlich
durch seine
Bergrennen bekannt,
soll einstmal von
Räubern und Banditen
belagert worden sein.

Eigentlich zum Schutz des Botenweges zwischen Bamberg und Fulda angelegt,
hatten die Edelleute gemerkt, dass mit Raub und Überfall
mehr zu verdienen sei, als mit Wegzoll und ehrlichem Handel -
und so kam, was kommen musste, die Herren zu Bramberg wurden vertrieben und
ihre Burg geschleift.

Bei der kurvenreichen Anfahrt nach Bramberg bewegen wir uns just auf der Strasse,
auf der eben in den 70er und 80er Jahren die Capris von Ford,
die Prinzen von NSU und Kadetts von Opel mit quietschenden Reifen erbittert das Letzte
aus ihren Motoren und Fahrwerken herausholten.
Mancher Schrotthaufen dieser Jahre wird wohl links und rechts der Kehren gelegen haben.
Für uns jedoch ist dieses kleine Kurvenband ein einziger Genuß und
ohne das Risiko eines Abwurfes schlendern wir bergauf.  

Alternative
zu einem Ausritt
auf dem Motorradsattel ist
ein Rundgang durch das
nahegelegene Bamberg.
Diese ach so
malerische Altstadt,
verbunden mit dem Flair
und Leben der Universität,
kann jedoch schnell
einen ganzen
Urlaubstag kosten.
  

Der Main windet sich direkt durch die Altstadt und
der kleine Hafen, vor Allem jedoch der Stadtteil „Klein Venedig“
sind ein absolutes Muss beim Besuch von Bamberg. 

Dazu kommt der imposante Dom samt Rosengarten und
wiederum viel zu viele kleine, wunderschöne Lokale und Cafes.

Berühmt ist Bamberg natürlich auch durch seine Bierspezialitäten.
Wenn auch sehr gewöhnungsbedürftig ist das „Schlenkerla Rauchbier“
welches angeblich erst nach dem dritten Krug wirklich schmeckt,
der heimliche Renner unter den Biersorten.
Ausprobieren sollte man dies während einer Motorradtour natürlich nicht,
deshalb empfehlen wir auch einen grossen Bogen um eben gleichnamiges Lokal…… oder,
man findet Platz um einige Flaschen dieses edlen Getränkes mit nach Hause zu nehmen. 

  Nur ein wenig östlich
der Hassberge macht uns
ein weiterer kultureller
Schwerpunkt bald wieder
einen Strich durch
die Tourenplanung:
Sesslach -
Kleinod mittelalterlicher
Baukunst und mit komplett
erhaltener Stadtmauer
lässt uns die Motorräder
erneut abstellen.
Drei massive Stadttore
schützten die Bewohner
vor dem Eindringen
von Feinden.
Heute sind diese Tore
an Sonntagen geschlossen
und Besucher
dürfen nur zu Fuß
durch kleine Pforten.

Ein Traum,
an einem Holztisch
auf dem Markt
von Sesslach zu sitzen
und eines der beiden
heimischen und
ungespundeten Biere
zu probieren.
Doch Achtung:
wer glaubt,
dieses Bier sei leicht und
nur mit wenig Alkohol
versehen - der irrt.
Das süffige Gebräu sollte
keinesfalls während
einer Motorradtour
getestet werden.

Besser ist es dann schon, die hausgebackenen Kuchen
einer der am Markt ansässigen Gaststätten zu verzehren.
Viel mehr wie ein Stück haben wir aber nicht geschafft,
denn in Franken ist eben die deftige und reichhaltige Küche Zuhause.

Immer wieder sind wir überrascht,
wie in dieser doch relativ unbekannten und unscheinbaren Region
soviel „Erfahrenswertes“ steckt.
Eigentlich sind die geplanten vier Tage viel zu kurz und wir sind uns sicher,
hier kommen wir sicher wieder her.

 

Info:
Kulturelle und zeitgeschlichtliche Angebote verbunden mit landschaftlicher Vielfalt
bildet den Rahmen für den Naturpark Hassberge.
Weit uber 50 historische Bauwerke, Burgen, Schlösser und herrschaftliche Anwesen bilden
einen ungetrubten Blick in die Geschischte.
Nicht nur Motorradfahrer finden ihren Spass in dieser Idylle.
Wander, Radwander und Kulturwege bilden auch für zweiradfreie Tage genugend Abwechslung.
Einen Kurzurlaub sind die Hassberge unbedingt wert.

Allgemeines:
Alleine wegen der immensen Dichte der mittelalterlichen Wehranlagen sind die Hassberge
einen Trip wert.
Zwischen Schweinfurt, Bamberg Coburg gelegen fristen die Hassberge leider ein Schattendasein,
welches uns jedoch fast leere Strässchen bietet.
Besiedelt wurden die Hassberge schon vor rund 4000 Jahren,
was wohl an der Fruchtbarkeit der sanften Hügellandschaft gelegen hatte.

Unterkunft:
Zweifelsfrei bestes Übernachtungsziel für eine Tour in und um die Hassberge ist
das "MotoRoute Hotel" Alte Molkerei.
Nur einen Katzensprung vom Einstieg entfernt findet sich hier nicht nur besagte Herberge,
sondern hier fährt fast jeder selbst Motorrad und so sind Tips und Tourenvorschläge selbstverständlich.
Das Essen in den Roesler Stuben bringt verbrauchte Energie auf leckerste Art zurück.

MotoRoute Hotel
Alte Molkerei
Ernststrasse 6
96476 Bad Rodach
Tel.: 09564/838-0
info@hotel-altemolkerei.de

Tourencharakter:
Little Gentle Giant – Hassberge. Traumtouren für Geniesser !
Wer immer gerne auf kleinsten Kurvenstrassen unterwegs sein will, wird hier fündig.
Verschlafene Örtchen, liebliche Täler und Kuppen und immer ein lauschiges Plätzchen zum Pausieren
sind die passende Kurzbeschreibung für diese prachtvolle Genußregion.

Essen und Trinken:
Die Fränkische Küche ist deftig.
Über Jahrhunderte lebte ein Großteil der Bevölkerung von Land- und Waldwirtschaft.
Die harte körperliche Tätigkeit erforderte kraftvolle Nahrung.
Noch heute sind deshalb auch in den Gaststätten und Restaurants oft die typischen,
schweren Und absolut empfehlenswerten „Nationalgerichte“ zu finden.
Die zentrale Lage zwischen dem Bierland Franken und dem Weinland Franken sorgt deshalb
auch für eine bemerkenswerte Auswahl an passenden Spezialitäten im Glas.

Karten / Literatur:
Zu empfehlen u.A. die Regionalkarte Nr. 12 von Falk im Maßstab 1:150000 für € 6,50.
Zudem gibt’s jede Menge Roadbooks und GPS Touren im Hotel Alte Molkerei.